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Verbände-Demokratie. Schlecht Etwa?

22. Februar 2010 – 18:34

Erst einmal eine kurze Erklärung des Wortes Verbände-Demokratie:
Interessenverbände verschiedenster gesellschaftlicher Gruppen dienen dazu, politische Entsheidungen in ihrem Sinne durch politische Lobbyarbeit zu beeinflussen. Gewinnen einflussreiche Verbände durch ihre Lobbyarbeit und Regierungsnähe zu viel Einfluss auf politische Entscheidungen, stets das Eigenwohl des Verbandes vor dem Gemeinwohl aller.
Warum könnte man diesen Typ der Demokratie auf ein Problemfeld hinweisen?

  1. Ein Kommentar zu “Verbände-Demokratie. Schlecht Etwa?”

  2. Der in Amerika verbreitete Lobbyismus geht von der Annahme aus, dass in einer Gesellschaft, in der jeder seine Interessen vertritt, die Interessen Aller in dem Maße berücksichtigt werden, wie sie tatsächlich vorherrschen. Die unterschiedlich starken Verbände spiegeln die Interessensverteilung der Gesellschaft wider.
    Diese Idee hat eine lange Tradition, geht u.a. auf den Philosophen und Ökonom Adam Smith zurück. Der sagte: Wenn jeder Mensch seine Interessen verfolgt, wird das Gesamtwohl der Menschen wie durch eine unsichtbare Hand gefördert. In Amerika soll der einzelne Kongressabgeordnete die konkreten Interessen z.B. der Industrie seines Wahlkreises durchsetzen.
    Dieser Gedanke ist aber mittlerweile selbst in Amerika umstritten. Es zeigt sich, dass einige Interessensgruppen dabei kaum Chancen haben, weil andere besser organisiert sind, mehr Geld haben, über bessere Ressourcen verfügen. Wirtschaftliche Interessensverbände wie z. B. die Tabakindustrie, Energiekonzerne oder bestimmte Berufsgruppen können sich leichter und effizienter organisieren und üben daher einen stärkeren Einfluss aus.
    Andere Gruppen, z. B. Arbeitslose, haben weit weniger Einflussmöglichkeiten.
    Andererseits wird durch das Lobbying in Amerika mit offenen Karten gespielt als z.B. in Deutschland, wo die Beeinflussung der Politik eher in Hinterzimmern stattfindet.

    geschrieben von Schleier des Nichtwissens am 22. Feb, 2010

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